Archiv für Dezember 2010

Schon wieder traurige Nachrichten aus Bangladesh

Die NZZ Berichtet von schon wieder einem Brand in einer Textilfabrik mit vielen Toten und Verletzten:
„In Bangladesh sind bei einem Brand in einer Textilfabrik nahe der Hauptstadt Dhaka nach Augenzeugenberichten mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen. Bis zu 100 Menschen seien verletzt worden“ Hier weiterlesen…

Immer wieder gibt es neben den schwerwiegenden Arbeitsrechtsverletzungen auch unfassbare Missachtung von Arbeitsschutzmaßnahmen und Sicherheitsstandarts. Diese Missachtungen haben zur schrecklichen Folge viele Tote und Verletzte bei schweren Unfällen in den Textilfabriken, welche auch für den hiesigen Markt produzieren. Geschuldet ist das unter anderem dem unglaublichen Preisdruck, der von den Textilfirmen und Discountern ausgeht.

Mehr Hintergrundinfos zu diesen Fällen und vor allem wie ihr aktiv werden könnt, findet ihr unter anderem auf der Seite der Kampagne für saubere Kleidung und Inkota.

Drei Tote bei Protesten in Bangladesch

Schockierende Nachrichten aus einem Land, in dem ein großer Teil der Textilien für den deutschen und den Weltmarkt hergestellt werden, seien es Turnschuhe oder Outdoorjacken…

Textilarbeiter fordern höhere Löhne
„Mit Tränengas und Gummigeschossen ist die Polizei in Bangladesch gegen protestierende Arbeiter aus der Textilindustrie vorgegangen. Dabei wurden mindestens drei Menschen getötet und mehr als 150 weitere Personen verletzt. Die Arbeiter demonstrierten in der Hauptstadt Dhaka sowie der Hafenstadt Chittagong für höhere Löhne. Nach Polizeiangaben nahmen etwa 4000 Personen an den Protesten teil. Rund 300 Fabriken mussten vorübergehend schließen.“

Weiterlesen auf tagessschau.de

KonsumGlobal ist/wird WELTbewusst – oder doch nicht?

Seid ihr nun KonsumGlobal oder heißt das jetzt WELTbewusst oder beides? Eine Frage die wir in letzter Zeit immer wieder hören und aber auch gar nicht so schnell und leicht zu beantworten ist.
Um das Mysterium nun aufzulösen eine kleine Geschichtsstunde zum Projekt KonsumGlobal/WELTbewusst:

Im Jahre 2003 gabs es zwei FÖJlerinnen bei dem Jugendumweltnetzwerk Niedersachsen Janun, die hatten die Idee mit einem interaktiven Stadtrundgang auf die globalen Auswirkungen unseres lokalen Handelns aufmerksam zu machen. Es entstand das Projekt KonsuMensch.
Das Projekt startete gleich mit großen Erfolgen, so dass sich ein paar Menschen von der BUNDjungend und Janun zusammen und überlegten, wie das Projekt weiter verbreitet werden könnte. Es gab eine große Kooperation zwischen diesen beiden Jugendumweltverbänden und das große vom BMU geförderte Projekt KonsumGlobal ging 2007 in Startposition. In den folgenden 3 Jahren, gab es viele Workshops, Fortbildungen, Kongresse und gemeinsame Aktionen und die Gründung aktive Gruppen vielen Städten Deutschlands. Auch Auszeichnungen gab es für das Projekt wie z.B. Auszeichnung als UN-Dekadeprojekt für „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und als „best-practise-Projekt für Bildung für nachhaltige Entwicklung/Globales Lernen“ vom Sächsischen Kultusminister.
Ende 2009 lief leider die Förderung aus, doch sollte, das nicht das Ende sein, denn seit 2010 gibt es eine neue Kooperation mit dem Weltladendachverband, aus der das Projekt WELTbewusst hervorgegangen ist. In diesem Projekt werden die Stadtführungen weiterentwickelt und um Projekttage ergänzt.
Uns wird es weiter als KonsumGlobal-Leipzig geben, jedoch mit den brandneuen WELTbewusstmaterialien.

Also bleibt alles beim alten und auch nicht!

Was es sonst so mit WELTbewusst auf sich hat seht ihr hier:

und hier:

Shopdropping

Wir leben in einer Zeit, in der Unternehmen den öffentlichen Raum zunehmend mit ihren (Marketing-) Botschaften besetzen. Wenn man wie ich im städtischen Raum lebt, kann man sich vor den Werbebotschaften nicht schützen.

In diesem Kontext gibt es die soziale Bewegung des Adbustings, die Werbung von Unternehmen verfremdet und mit eigenen Botschaften belegt. Schön gemacht ist immer der Rücktitel des Greenpeace Magazins, der immer mit solchen Adbustings belegt ist. Hier gehts zu den tollen Motiven.

Eine noch konkretere Form des Adbustings ist es, direkt Produkte in Läden zu verändern und dann wieder ins Regal zu stellen. Oder gleich selbst gebastelte Produkte ins Regal stellen. Hier ein Video, wie so etwas aussehen kann. (Quelle: karmakonsum.de)

Wettbewerbsrecht verhindert faire Beschaffung

Da haben Kommunen und Länder lange gerungen um eine rechtliche Grundlage zu schaffen, faire Produkte kaufen zu können und nun grätscht ihnen das Wettbewerbsrecht von hinten fies in die beine. Und man ahnt schon, wer da lobbyistisch seine finger im spiel hat…

Verzicht auf Kinderarbeit, nachhaltiger Anbau, fairer Handel: Die deutschen Städte und Gemeinden achten beim Einkauf gezielter denn je auf die Herkunft der Produkte. Doch einigen Konzernen gefällt dies gar nicht – und selbst die EU-Kommission stellt sich quer.
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