Archiv für Juni 2011

Inkota-Hilferuf: Eine unabhängige Stimme braucht eine unabhängige Finanzierung!

Heute gibt es mal eine Info etwas anderer Art. Uns erreichte kürzlich ein Hilferuf von Inkota. Wie schon öfters berichtet, arbeiten wir viel zusammen und das soll auch so bleiben. Nur dafür braucht es nun Unterstützung! Lest selbst…

Wie viel ist Ihnen eine kritische entwicklungspolitische Stimme wert?

Mit dieser Frage möchte ich mich als Geschäftsführer von INKOTA heute persönlich an Sie wenden. Denn es ist dringender als je zuvor: INKOTA braucht Ihre Unterstützung!

Unser Netzwerk steht seit Jahren dafür, gegenüber den Mächtigen kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Konzerne wie Lidl, H&M oder Monsanto haben das schon zu spüren bekommen, aber auch politische Entscheidungsträger wie die deutsche Bundesregierung.

Doch in jüngster Zeit schlägt uns der Wind entgegen: 50.000 Euro wurden INKOTA zuletzt aus öffentlichen Förderanträgen gestrichen – und die klammen Kassen legen nahe, dass auch in Zukunft der Rotstift regiert. Zu befürchten ist, dass dabei gerade dort gestrichen wird, wo kritische Positionen zuhause sind. Zumindest deuten unsere jüngsten Erfahrungen darauf hin. (mehr…)

Levis und Hanes 2$ Lohn auf Haiti

Levis, Hanes und andere Textilgrößen produzieren unter anderem in Haiti. Dort zahlen sie 2 Dollar Lohn pro Tag und wollen, dass das auch so bleibt. Die US-Regierung ist ihnen dabei behilflich, wie neue Wikileaks-Enthüllungen zeigen.

Nachzulesen in der Süddeutschen vom 07.06.2011.

Textilarbeiter in Haiti erhalten Hungerlöhne – die US-Regierung soll eine Erhöhung verhindert haben. So steht es offenbar in den Botschaftsnachrichten aus Port-au-Prince, die Wikileaks bald veröffentlichen will. Demnach haben Klamottenhersteller wie die Jeans-Firma Levi’s Druck gemacht, den haitianischen Mindestlohn niedrig zu halten. (Quelle: www.sueddeutsche.de)

WDR-Marken-Check: Tchibo

Vor kurzem haben wir von dem WDR-Marktcheck mit dem Titel „Bitterer Kaffee“ berichtet. Heute soll es eine Ergänzung geben:

Die Sendung „Markencheck“ hat Tchibo auf die Finger geschaut und interessante Dinge herausgefunden. Unter anderem wird Kinderarbeit auf Guatemaltekischen Kaffeeplantagen dokumentiert.
Den Beitrag gibt es in zwei Teilen:
Fairness und
Geschmack und Fairness – die Urteile.

Die gesamte Sendung (44 min.) gibt es in der Mediathek (zum Download: Rechtsklick und Ziel speichern unter…)

Filmtipp: Corazon de fabrica – Heart of the factory

Das KonsumGlobalTeam traf sich mal wieder zum Filmabend und stellt nun auch hier interessante Filme vor.
Zuletzt sahen wir Corazon de fabrica, eine Doku von 2008 aus Argentinien zur Übernahme einer Keramikfabrik durch ihre Arbeiter.

Während der Wirtschaftskrise in Argentinien sind zwischen 1995-2004 etwa 8000 Fabriken geschlossen worden. Gewerkschaften gab es nicht und Versuche welche zu bilden wurden massiv unterdrückt, es herrschten prekäre Arbeitsbedingungen und Arbeitslosigkeit. In einer dieser Fabriken, eine Keramikfabrik der Firma Zanon, begannen die Arbeiter Ende der 90er sich zu formieren indem sie sich am Sonntag zum Fußball spielen trafen. Als später die Fabrik schließen musste, beschlossen sie zu bleiben und den Betrieb weiterzuführen. Einer Zwangsräumung mit dem Tod vor Augen entgangen sie nur durch die Solidarität der Dorfgemeinschaft: 5000 Menschen umstellten die Fabrik und verhinderten eine blutige Auseinandersetzung. Es dauerte noch 4 Jahre bis nach etlichen Demonstrationen, Verhandlungen sowie Bedrohungen durch Firmenbesitzer und Regierung die Arbeiter endlich als Kooperative anerkannt wurden.

Der Film ist mit über 2 Stunden teilweise etwas langatmig und durch die Zeitsprünge nicht immer leicht nachvollziehbar. Manchmal wurden die englischen Untertitel nicht lang genug angezeigt, wenn die spanische Diskussion besonders hitzig wurde. Aber darauf beschränken sich auch schon die Kritikpunkte, denn der Film wirkt sehr anregend, um mehr über die argentinische Geschichte zu lernen, und war zeitweilig sehr spannend anzusehen. Der rote Faden wurde durch Kinder einer Schulklasse hochgehalten, die in der aktuellen Zeit mit einer Wanderung durch die Fabrik die Geschichte ihrer Übernahme erzählt bekommen. Besonders beeindruckend ist uns hängen geblieben wie sehr die Arbeiter ihre Kinder in den Mittelpunkt der gesamten Dokumentation gerückt haben. Sie waren am häufigsten die Motivation für ihr Engagement in der Fabrik. Die Arbeiter konnten ihren Kindern zeigen, dass soziale und faire Strukturen es schaffen können das Überleben der Familien zu sichern.

Somit ist unser Fazit: sehr sehenswert!

Hier der Tailer:

WDR-Fernsehbeitrag: Bitterer Kaffee

Immer wieder werden wir in unseren Stadtrundgängen auf Tchibo, sein Engagement und das Siegel der Rainforest Alliance angesprochen, daher heute eine Empfehlung für einen Beitrag des WDR.
Dieser Beitrag zeigt ganz gut wesentliche Punkte dieser Problematik und führt gut in das Thema ein, auch wenn wir natürlich nicht mit allen Punkten des Beitrags einverstanden sind und das alles so unterschreiben würden. Besonders was das Thema Tchibo und McDonalds angeht…
So wirbt Tchibo mit dem RainforestAlliance-Siegel „light“. Denn der ohnehin schon wenige zertifizierte Kaffee bei Tchibo enthält beim genauen Hinsehen sogar nur 30% des nach Öl meistgehandelsten Rohstoff der Welt! Insgesamt liegt damit der Anteil also nur noch bei 10%…
Tja, und um das RainforestAlliance-Siegel, welches in dem Beitrag kommentarlos empfohlen wird, steht es auch nicht so gut. Denn so steht das Unternehmen vielfacher Hinsicht in der Kritik. Besonders interessant dazu auch zu lesen eine Korrespondenz zwischen Klaus-Werner Lobo und Earthlink zum Thema McDonalds und fairer Kaffee.

markt-Scanner: Bitterer Kaffee(15:28)
Hier gibts den Direktdownload.

In vielen Kaffeeanbauländern herrscht nackte Not unter Kleinbauern und Plantagenarbeitern. Sogar Kinderarbeit ist an der Tagesordnung. Was können Kaffeetrinker dagegen tun? (Quelle: www.wdr.de)
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Kongressrückblick: Jenseits des Wachstums

Vor einiger Zeit haben wir hier auf den Jenseits des Wachstumskongress in Berlin aufmerksam gemacht. Einige Aktive von KonsumGlobalLeipzig waren mit dabei und haben an vielen spannenden Vorträgen und Diskussionsrunden teilgenommen und ziehen ebenso wie die VeranstalterInnen im großen und ganzen ein positives Fazit:
„Der Kongress „Jenseits des Wachstums?!“ (20.-22. Mai, TU Berlin) war mit 2.500 Teilnehmenden ein großer Erfolg. Es ist gelungen, die Kritik am Wachstumsparadigma und die Suche nach Auswegen auf die politische Agenda zu setzen. In über 70 Veranstaltungen wurde intensiv diskutiert, um nach Wegen in eine ökologisch und sozial gerechte Zukunft zu suchen.“

Doch dabei soll es nicht geblieben sein, viele Veranstaltungen wurden aufgezeichnet, viele Ergebnisse dokumentiert und Beiträge geschrieben. All das ist veröffentlicht auf der Kongresswebsite. Es lohnt sich auf jeden Fall mal reinzuschauen!

Hier aber schonmal ein persönlicher Rückblick von Pia auf den Kongress:

Kommentar zum Kongress: „Jenseits des Wachstums?! Ökologische Gerechtigkeit. Soziale Rechte. Gutes Leben.“

Empören oder Resignieren? Umgestalten oder Transformieren?
Säle voller Aktivistinnen und Aktivisten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – scharenweise Interessierte am Post-Wachstumskonzept belebten am Wochenende die Hörsäle der TU Berlin und stellten sich auf dem Podium und im Publikum diesen Fragen. Der Kongress „Jenseits des Wachstums“ veranstaltet von attac fand vom 20. – 22.Mai 2011 in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung, Friedrich Ebert Stiftung, Otto Brenner Stiftung und der Rosa Luxemburg Stiftung in Berlin statt. Wie ist es möglich, mit den Ressourcen, die uns verbleiben, verantwortungsvoll umzugehen und eine möglichst gerechte Verteilung zu gewährleisten? Wie können wir über das bisherige Wachstumssystem hinaus die Gleichberechtigung der Bevölkerungen ermöglichen und dabei auch die Natur als gleichberechtigten Partner anerkennen? (mehr…)

Nächster öffentlicher Rundgang: Samstag 4. Juni – 11:00

Morgen ist es wieder so weit und es wird einen öffentlichen Rundgang geben.

Kommt einfach vorbei. Start ist 11:00 Uhr vor dern Weltladen an der Thomaskirche.

Wir werden etwa 1,5 – 2 Std. brauchen und mit der 5. Station auch wieder am Weltladen abschließen.

Damit ihr den Weg einfacher findet, hier eine kleine Hilfe:
Weltladen (Karte)

Einladung: Eine-Welt-Jugendwochenende

Eine-Welt-Jugendwochenende – DAS GLOBALE HANDY
Vom 24. bis 26. Juni 2011 in Oberau bei Meissen

Wieder bietet der Eine Welt e.V. Leipzig ein Jugendwochenende an. Diesmal mit dem Titel:

…………. DAS GLOBALE HANDY…………..

Es geht um die tollen Handys mit den vielen praktischen Funktionen und was damit weltweit so alles zusammenhängt, z.B. bezüglich der Themen:
* Rohstoffe und Krisenregionen
* Produktionsbedingungen und wer verdient
* Elektroschrott und die Umwelt

Und wir wollen uns damit beschäftigen
* wofür sich die Kampagne Make-IT-fair einsetzt,
* ob es ein faires Biohandy geben kann,
* welche Macht Verbraucher haben

Dafür planen wir:
* den thematische Film -gnadenlos billig- mit Diskussion,
* inhaltliche Inputs, z.B. durch einen Referenten von makeITfair
* gemeinsam erarbeitete Inhalte,
* kreative Umsetzung

Außerden erwarten Dich:
* bio-faires Kochen und Essen (evtl. Grillen)
* wohnen im Gärtnerhaus des Schlosses Oberau bei Meissen
in schöner Umgebung
* Autausch mit vielen anderen netten Leuten

Hier das Faltblatt zum Seminar mit weiteren Informationen, gern auch zum Ausdrucken, Auslegen oder zum verschicken per mail:

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