Archiv für November 2012

Outdoor Firmenprofile veröffentlicht – Veränderung ist möglich. Discover Fairness! Die neue Studie von Inkota

Es gibt spannende Neuigkeiten von unseren Kolleg_innen bei Inkota!

Innerhalb der Outdoor-Branche ist Bewegung entstanden und ein kritischer Dialog wurde möglich. Ein zentrales Thema des Diskurses, die Zahlung eines die Existenz sichernden Lohns, wurde besonders von den Südpartnern der Kampagne für Saubere Kleidung und dem INKOTA-netzwerk eingefordert.

„Die Kampagne brachte etwas in Bewegung. Inzwischen sind 15 europäische Outdoorfirmen unseren Forderungen nachgekommen. Ein klares Bekenntnis zu den Menschenrechten bei der Arbeit ist der Beitritt und das aktive Mitwirken in der Fair Wear Foundation.“ sagt Berndt Hinzmann.

Die FWF ist eine Multi-Stakeholder-Initative und verfügt über einen umfassenden Verhaltenskodex, der den Maßstäben der Kampagne für Saubere Kleidung entspricht. Die beigetretenen Unternehmen verpflichten sich außerdem zu einer transparenten Lieferkette sowie zur aktiven Umsetzung des Kodex und unabhängiger Kontrolle dieser Maßnahmen.

Eins ist bereits festzustellen das Agieren kritischer VerbraucherInnen hat innerhalb des Europäischen Verbandes der Outdoorfirmen – European Outdoor Group (EOG) und innerhalb einzelner Firmen zu einem Weiterdenken geführt, dem praktische Schritte gefolgt sind.

Die Trendsetter-Branche der Outdoorfirmen könnte zu den Gipfelstürmern des Bekleidungsmarkts in Sachen „Nachhaltigkeit“ werden, wenn diese die Herausforderung der „Vier Schritte zu einer fairen Lieferkette.“ umsetzen.

Die neuen Firmenprofile sind seit dem 19. November 2012 öffentlich. Anhand der Profile werden Entwicklung und bestehende Herausforderungen sichtbar.
www.saubere-kleidung.de/index.php/outdoor/firmenprofile/184-firmenprofile-outdoorfirmen-2012
www.inkota.de/themen-kampagnen/soziale-verpflichtung-fuer-unternehmen/kampagne-fuer-saubere-kleidung/outdoor-skate-surf/firmenprofile-outdoor/firmenprofile-2012/

Die gesamte Studie gibt es hier und hier schonmal eine Zusammenfassung:
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Veranstaltungstipp: 29./30.11. – Werte, Wohlstand, Wohlbefinden – (Wie) Wollen wir wachsen?

Nach dem diesjährigen McPlanet „Too Big To Fail“, dem „anders wachsen„-Kongress möchten wir euch heute schon wieder eine Veranstaltung zu diesem sehr aktuellen Post-Wachstums-Thema empfehlen, welche von oikos (Students for sustainable economics and development) organisiert wurde: „Werte, Wohlstand, Wohlbefinden – (Wie) Wollen wir wachsen?“.

Das Programm und genauere Infos findet ihr auf: leipzig.oikos-international.org

Datum: 29./30. November 2012
Ort: Vorträge finden im HS 8 (Hörsaalgebäude) und Workshops in den Räumen S 203, S 204 und S 205 (Seminargebäude) statt; Campus Augustusplatz, Universität Leipzig

Unser Workshop Werte, Wohlstand, Wohlbefinden – (Wie) Wollen wir wachsen? bietet eine Plattform zur Auseinandersetzung mit diesen Themen. Dazu werden wir am ersten Tag nach einem allgemeinen Einstieg verschiedene Konzepte wie das in Rio+20 angepriesene Green Economy, die Idee einer Postwachstumsgesellschaft und Grundgedanken des Ökosozialismus diskutieren. Am zweiten Tag wird die Praxistauglichkeit der Konzepte untersucht. Im Rahmen dessen stellen sich verschiedene Unternehmen und Initiativen vor und veranstalten Workshops.

Hintergrund:
Spätestens seit dem Bericht des Club of Rome (1972) wird verstärkt über die Grenzen des Wachstums diskutiert. Seitdem beschäftigen sich bedeutende Ökonomen, wie Robert M. Solow, Hermany E. Daly und Kenneth E. Boulding mit der Frage, ob diese Grenzen des Wachstums existieren.
Gründe für die Annahme von Wachstumsgrenzen ergeben sich durch
i) die Nicht-Erneuerbarkeit von Ressourcen wie Erdöl und Edelmetallen
ii) eine Übernutzung erneuerbarer Ressourcen wie Fischbestände und fruchtbare Böden und
iii) eine begrenzte Aufnahmefähigkeit von Abfallprodukten unserer Produktions- und Konsumptionsweise, z.B. von Treibhausgasen und Chemikalien.

Sofern Grenzen für ein weiteres Wirtschaftswachstum bestehen und wir mit unserer jetzigen Lebensweise an diese Grenzen stoßen, ergeben sich entscheidende Wohlfahrtskonsequenzen. Daher ist nach alternativen Entwicklungspfaden zu suchen und eine mögliche Implementation dieser voranzutreiben.

Der wahre Preis der Billigklamotten – Zweiter Fabrik-Großbrand in nur 3 Montaten

Während allerorts der alljährliche vorweihnachtliche Konsumwahnsinn beginnt, geht eine Meldung ging durch alle Medien: „Mehr als 100 Menschen sterben bei Brand in Textilfabrik“ (spiegel-online.de), „Nach Brandkatastrophe in Bangladesch – Todesfalle Textilfabrik“ (tagesschau.de), „Unglück in Bangladesch – Tödliche Billigklamotten“ (taz.de), „Wieder ein entsetzlicher Brand in Textilfabrik in Bangladesch mit über 100 Toten“ (Clean Clothes Campaign).

Keine drei Monate nach dem Großbrand in einer für KiK produzierenden Fabrik in Pakistan mit über 300 Todesopfern, ist dies nun schon der zweite (bekannte) Großbrand innerhalb kurzer Zeit mit über 100 Todesopfern in einer Textilfabrik, welche vorrangig für den europäischen und US-amerikanischen Markt produziert. Nach angaben der Kampagne für Saubere Kleidung in den Jahren 2006-2009 sind allein in Bangladesch über 470 Todesopfer durch Brände zu beklagen.

Während in Deutschland inzwischen 1/3 der verkauften Textilien aus dem für mieseste Arbeitsbedingungen bekannten Discountbereich kommen, sieht es bei den großen Marken nicht viel besser aus. Nicht nur das die ArbeiterInnen Löhne bekommen die unter dem Existenzminimum liegen, keine Überstunden bezahlt bekommen, kaum Pausen haben, sich nicht gewerkschaftlich organisieren dürfen und 6 oder 7 Tage-Wochen mit 12-16 Stundenarbeitszeit gehören, werden auch immer wieder grundlegendste Arbeitsschutz- und Sicherheitsmaßnahmen mißachtet, so sind Berichte über zu wenige und verschlossene Notausgänge, kein Brandschutz etc. keine Seltenheit.

Es wird also erschreckend deutlich, dass der wahre Preis für die Jeans nicht die 12,00€ sind, die wir an C&A bezahlen, auch nicht die 9,99€ bei KiK, den Preis bezahlen die NäherInnen mit ihrer Gesundheit und mit ihrem Leben.

Samstag – Macht mit beim Internationalen Buy-Nothing-Day

BND

Es ist mal wieder so weit – kommenden Samstag den 24.11.2012 findet der weltweite jährliche Buy Nothing Day statt. Dieser Tag ist inzwischen ein weltweiter Aktionstag um auf Konsumwahn und ausbeuterische Produktionsbedingungen aufmerksam zu machen und mit dem bewussten konsumverzicht das Nachdenken über das eigene Konsumverhalten anzuregen.
Mehr Infos findet ihr hier, hier und hier

Aus KonsumGlobal-Leipzig ist dabei und organisiert an diesem Tag verschiedene Aktionen in Leipzig:
Los geht es 13 Uhr!
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Veranstaltungsempfehlung: Konferenz in Leipzig – „anders wachsen“

anders-wachsen

Am 20. November findet in der Thomaskirche in Leipzig der große Thementag: anders wachsen – Wirtschaft braucht Alternativen zum Wachstum statt.
Dort wird es einige spannende Podien und Diskussionsveranstaltungen geben zu u.a. „Alternativen“ Raus aus der Sackgasse – Entwurf einer alternativen Ökonomie, Lebensstil – eine Ökonomie des Genug und Geld – dem Wachstumszwang entgehen

Besonders empfehlen wollen wir euch das Podium zum Thema Alternativen zum Wirtschaftswachstum? mit Niko Paech der schon viel spannendes zu der Wachstumsdebatte beigetragen hat, wie sein Buch Befreiung vom Überfluss – Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie. Einen kleinen Vorgeschmack gibt es in seinem Artikel in der Zeitschrift Forum Umwelt und Entwicklung: Abschied vom Entkopplungsmythos – Ankunft in der Postwachstumsökonomie (.pdf)

Das Programm findet ihr auf www.anders-wachsen.de und hier (.pdf). Dort auch mehr zu den Hintergründen der Konferenz.