Outdoor Firmenprofile veröffentlicht – Veränderung ist möglich. Discover Fairness! Die neue Studie von Inkota

Es gibt spannende Neuigkeiten von unseren Kolleg_innen bei Inkota!

Innerhalb der Outdoor-Branche ist Bewegung entstanden und ein kritischer Dialog wurde möglich. Ein zentrales Thema des Diskurses, die Zahlung eines die Existenz sichernden Lohns, wurde besonders von den Südpartnern der Kampagne für Saubere Kleidung und dem INKOTA-netzwerk eingefordert.

„Die Kampagne brachte etwas in Bewegung. Inzwischen sind 15 europäische Outdoorfirmen unseren Forderungen nachgekommen. Ein klares Bekenntnis zu den Menschenrechten bei der Arbeit ist der Beitritt und das aktive Mitwirken in der Fair Wear Foundation.“ sagt Berndt Hinzmann.

Die FWF ist eine Multi-Stakeholder-Initative und verfügt über einen umfassenden Verhaltenskodex, der den Maßstäben der Kampagne für Saubere Kleidung entspricht. Die beigetretenen Unternehmen verpflichten sich außerdem zu einer transparenten Lieferkette sowie zur aktiven Umsetzung des Kodex und unabhängiger Kontrolle dieser Maßnahmen.

Eins ist bereits festzustellen das Agieren kritischer VerbraucherInnen hat innerhalb des Europäischen Verbandes der Outdoorfirmen – European Outdoor Group (EOG) und innerhalb einzelner Firmen zu einem Weiterdenken geführt, dem praktische Schritte gefolgt sind.

Die Trendsetter-Branche der Outdoorfirmen könnte zu den Gipfelstürmern des Bekleidungsmarkts in Sachen „Nachhaltigkeit“ werden, wenn diese die Herausforderung der „Vier Schritte zu einer fairen Lieferkette.“ umsetzen.

Die neuen Firmenprofile sind seit dem 19. November 2012 öffentlich. Anhand der Profile werden Entwicklung und bestehende Herausforderungen sichtbar.
www.saubere-kleidung.de/index.php/outdoor/firmenprofile/184-firmenprofile-outdoorfirmen-2012
www.inkota.de/themen-kampagnen/soziale-verpflichtung-fuer-unternehmen/kampagne-fuer-saubere-kleidung/outdoor-skate-surf/firmenprofile-outdoor/firmenprofile-2012/

Die gesamte Studie gibt es hier und hier schonmal eine Zusammenfassung:

Zum dritten Mal hat die Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) in 2012 Hersteller von Outdoor-Bekleidung genau unter die Lupe genommen. Insgesamt 25 Unternehmen wurden zur Einhaltung von Sozialstandards und Menschenrechten in ihren globalen Zulieferketten befragt, unter ihnen Vaude, Columbia, Tatonka, Fjällräven und Jack Wolfskin. 21 haben bereitwillig Auskunft gegeben – und bei der Mehrzahl der Unternehmen eine positive Entwicklung bestätigt.

Zentrale Ergebnisse der Firmenbefragung 2012 und zu verzeichnende Erfolge sind:

- die Bedeutung internationaler Arbeitsstandards und von Menschenrechten bei der Arbeit innerhalb der Zulieferkette ist bei einzelner Outdoor-Firmen stärker ins Blickfeld unternehmerischen Handelns gerückt;
- es gibt eine Gruppe der ‚Fortgeschrittenen’, die Mitglieder in einer unabhängigen, glaubwürdigen Überprüfungsinstanz, einer Multi-Stakeholder-Initiative (MSI), wurden;
- Unternehmen, die auf einen unabhängigen Verifizierungsprozess setzen, nutzen die damit verbundene Fortschritts- und Berichtspflicht, berichten über Entwicklungen und stellen so mehr Transparenz her;
- einzelne Unternehmen haben ihren Verhaltenskodex weiterentwickelt;
- einige Unternehmen haben sich zu weitreichenden Standards bei der Fertigung ihrer Produkte verpflichtet, die Zahlung eines Existenzlohns eingeschlossen und dem Unternehmen im Bereich soziale Nachhaltigkeit eine klare und umfassende Zielvorgabe gesetzt.

Die in der Tendenz positive Entwicklung, förderet ethische Einkaufspraktiken und Transparenz. Es kann festgestellt werden: Eine Mitgliedschaft in einer unabhängigen, glaubwürdigen Überprüfungsinstanz, einer Multi-Stakeholder-Initiative (MSI), ist in diesem Prozess ein wertvoller Schritt, um die Umsetzung des Verhaltenskodex zu verbessern. Im Vergleich dazu ist festzustellen, dass Audits und Zertifizierungen von lediglich einzelnen Produkten oder Produktionsstätten oftmals grundlegende und strukturelle Probleme nicht erfassen.

Defizite

Die Zahlung eines Existenzlohns bleibt weiterhin eine der zentralen Herausforderung. Ausnahmslos müssen die Firmen konsequent darauf hinarbeiten, dass alle ArbeiterInnen in ihrer Lieferkette für eine reguläre Arbeitswoche von maximal 48 Stunden einen Lohn zum Leben ausbezahlt bekommen.

Leider musste die CCC auch immer noch feststellen, dass bei einigen der befragten Unternehmen keine konsequente Bereitschaft besteht, Sozial- und Arbeitsstandards sowie die Menschenrechte bei der Arbeit umzusetzen. Es gab ebenfalls eine kleine Gruppe, die der CCC und somit der Öffentlichkeit keine bzw. mangelnde Informationen zur Verfügung stellte. Dazu gehörten Quechua und die von Globetrotter Ausrüster und der Eurofamily etablierten Eigenmarken Meru und Kaikkialla.